P e t e r Z a d e k g e s t o r b e n
(c) Foto:
Adolf Clemens
......................................................................Wenn
man mich fragt, wer ich bin,
......................................................................kann
ich nur sagen, ich bin Jude,
......................................................................denn
etwas Anderes fällt mir nicht
......................................................................mehr
ein. Vielleicht noch Peter Zadek.
… … …
Sein letztes Interview:
Peter Zadek. : »Shakepeare hätte mich nicht
verstanden« – DIE ZEIT, 06.08.2009
Nr. 33
L i e b e h ä r t e r a l s B e t o n
Sophie Rois über die Objektivität der Gefühle: Geld, Liebe, Marx und Medea

Marx zitiert Goethes Faust-Text über das Geld: »Wenn ich mir 24 Hengste leisten kann, habe ich die Kraft von 24 Hengsten.« Auf dem Gebiet der Liebe ist das nicht wahr. Geld lässt sich stapeln, Liebe nicht. Das Wichtigste im menschlichen Leben kann man für Geld nicht kaufen!
Ein Gespräch mit dem Star Sophie Rois über die »Währungen der Liebe«, sowie über Medea, eine Frau, die zu kämpfen weiß. Liebe im Sinne von Frauen ist etwas ganz anderes, sagt Sophie Rois, als wir meinen.
P i n a B a u s c h g e s t o r b e n
Die Zeit im Theater der Pina Bausch ist die Zeit der Märchen. Geschichte kommt als Störung vor, wie Mücken im Sommer. Der Raum ist bedroht von der Besetzung durch die eine oder andere Grammatik, des Balletts oder des Dramas, aber die Fluchtlinie des Tanzes behauptet ihn gegen beide Besetzungen. Das Territorium ist Neuland. Eine Insel, die gerade auftaucht, das Produkt einer unbekannten (vergessenen oder kommenden) Katastrophe: vielleicht geschieht sie eben jetzt, während die Vorstellung läuft. Etwas von der unmittelbaren Verbindung zum Leben, die Brecht am elisabethanischen Theater beneidet hat, stellt sich her. Film oder Fernsehen sind keine Konkurrenz: sie können verwendet werden. Das Ganze ist ein Kinderspiel.
Aus: Heiner Müller,
Blut ist im Schuh oder Das Rätsel der Freiheit. Für
Pina Bausch, 1981
Screenshot Titelseite der
Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom 1. Juli 2009 ©
F.A.Z.
Erste Nachrufe:
- FAZ.NET / F.A.Z / J.Sch. : Ihr hätte der Nobelpreis für Tanz gebührt
- F.A.Z. / Wiebke Hüster : Ihr Tanztheater handelt von uns allen
- sueddeutsche.de / Eva-Elisabeth Fischer : Mit geschlossenen Augen
- FR-online.de / Sylvia Staude : Die stille Wahrheitssucherin
- Der Tagesspiegel / Peter von Becker : Pina Bausch: Die Königin der Nacht
- ZEIT ONLINE / dpa : Pina Bausch ist tot
- ZEIT ONLINE / Andrea Hünninger : Grand Dame des modernen Tanzes
- taz.de / Katrin Bettina Müller : So viele Küsse, so viele Seufzer
- SPIEGEL ONLINE / Joachim Kronsbein : Die zärtliche Revolutionärin
M a u r i c i o K a g e l g e s t o r b e n
Kagel wurde 1931 in Buenos Aires geboren und wuchs in Südamerika auf. Bereits Mitte der 50er Jahre machte sich Kagel als hoch begabter Komponist in seiner Heimat einen Namen. In seinem Frühwerk beschäftigte er sich insbesondere mit der Musik des österreichischen Komponisten Arnold Schönberg. 1955 wurde er Studienleiter an der Kammeroper und Dirigent am Teatro Colón in Buenos Aires.
1957 kam Kagel als Stipendiat des Deutschen Akademischen Austauschdienstes nach Köln, das damals als Hochburg der Musikavantgarde galt. Er arbeitete an den Studios für elektronische Musik des Westdeutschen Rundfunks Köln und leitete bis 1961 das Rheinische Kammerorchester. 1975 erhielt er eine Professur für Neues Musiktheater an der Kölner Musikhochschule.
Kagels Name ist nach Angaben des Verlages vor allem mit dem Musiktheater verbunden, auf das er einen tiefgreifenden Einfluss gehabt habe. Er schuf nicht nur Bühnen-, Orchester- und Kammermusikwerke, sondern auch Filme, Hörspiele und Essays. Die Arbeit Kagels wurde mit zahlreichen Preisen gewürdigt. Er erhielt unter anderem den Erasmus-Preis (1998), den Ernst von Siemens Musikpreis 2000 und den Großen Rheinischen Kunstpreis (2002).
Eigens für Mauricio Kagels Film »Ludwig van« schuf Joseph Beuys im Oktober 1969 die dreiteilige Arbeit »Beethovens Küche«.
K l a u s M i c h a e l G r ü b e r g e s t o r b e n

Grüber war einer der wenigen unter den deutschsprachigen Regisseuren der 70er und 80er Jahre, die auch internationale Beachtung fanden. Erst in der vergangenen Woche hatten die Salzburger Festspiele mitgeteilt, dass Grüber die Regiearbeit an Salvatore Sciarrinos Oper »Luci Mie Traditrici« in der Salzburger Kollegienkirche abbrechen musste.
Unvergessliche Inszenierungen
Sein Name ist untrennbar mit der Berliner Schaubühne und Peter Stein verbunden. Stein arbeitete eng mit Grüber zusammen und verehrte ihn sehr. Theatergeschichte haben Grübers unvergessliche Inszenierungen geschrieben: vor allem die »Bakchen« nach Euripides 1974 in der Schaubühne und die »Winterreise« nach Hölderlins »Hyperion« 1977 im Berliner Olympiastadion - sie erlangte in der Theaterwelt Kultstatus. Aufsehen erregte auch zu Goethes 150. Todestag am 22. März 1982 seine radikal gekürzte »Faust«-Inszenierung an der Freien Volksbühne von Kurt Hübner in Berlin mit Bernhard Minetti in der Titelrolle und Peter Fitz als Mephistopheles.
Der am 4. Juni 1941 im badischen Neckarelz geborene Grüber studierte an der Schauspielschule in Stuttgart und assistierte später mehrere Jahre bei Giorgio Strehler und Paolo Grassi in Mailand. 1969 holte ihn Kurt Hübner nach Bremen, wo Grüber schon in jungen Jahren unter anderem mit Shakespeares »Sturm« ein Stück Theatergeschichte mitschrieb.
Siehe auch die Artikel von Gerhard Stadelmaier @ FAZ NET | Peter Iden @ Frankfurter Rundschau | Klaus Dermutz @ süddeutsche.de | Peter Kümmel @ DIE ZEIT
